Induktionshärten (Hochfrequenz / Mittelfrequenz) – Abschrecken in Polymer
Lokales, präzises und schnelles Härten der Oberfläche bei minimalem Verzug. Beim Induktionshärten wird gezielt nur dort erwärmt, wo es nötig ist – die Einhärtungstiefe steuern wir über Frequenz, Leistung und Zeit. Zum Abschrecken verwenden wir ein Polymer-Abschreckmittel, das eine gleichmäßige Wärmeabfuhr und stabile Maße unterstützt.
Prinzip und Vorteile
Induktionshärten ist das lokale Erwärmen der Stahloberfläche mit einem Induktor, gefolgt von schnellem Abkühlen (Abschrecken) in Polymer. Es entsteht eine harte martensitische Randschicht mit zähem Kern.
Ihre Vorteile:
präzise Einhärtungstiefe (gesteuert über die Wahl von HF- / MF-Technik)
minimaler Verzug dank lokaler Erwärmung und geregelter Abschreckung in Polymer
schneller Prozess für Serien- und Einzelfertigung
höhere Verschleiß- und Ermüdungsfestigkeit in kritischen Bereichen
Wann Hochfrequenz, wann Mittelfrequenz?
Hochfrequenz (HF) – geringe bis mittlere Einhärtungstiefe, feine Profile, Verzahnungen, Bolzen und Kanten, bei denen eine dünnere harte Schicht benötigt wird.
Mittelfrequenz (MF) – größere Einhärtungstiefe, massivere Querschnitte (Wellen, Hebelteile), bei denen eine robuste Schicht und tieferes Eindringen der Wärme gefordert sind.
Frequenz und Parameter legen wir nach Zeichnung, Geometrie und Ziel-Einhärtungstiefe fest.
Typische Teile und Werkstoffe
Teile: Zahnräder, Wellen, Nocken, Bolzen, Sitze, Laufbahnen und Funktionsflächen mit geforderter lokaler Härte.
Stähle: C45E, 42CrMo4 und weitere Konstruktionsstähle; je nach Funktion des Teils auch ausgewählte Einsatzstähle nach dem Aufkohlen.
Unser Vorgehen
Beratung und Auslegung – wir prüfen Zeichnung, Sollhärte (z. B. HRC), geforderte Einhärtungstiefe und die Kennzeichnung gehärteter / ungehärteter Zonen.
Wahl der Technik – HF- oder MF-Induktion, Wahl des Induktors und Einstellung von Leistung/Zeit.
Induktive Erwärmung + Abschrecken in Polymer – gleichmäßige Abkühlung und stabile Maße.
Anlassen nach dem Härten – Maßstabilisierung und Feinabstimmung des Verhältnisses Härte × Zähigkeit.
Qualitätsprüfung – Härtemessung und bei Bedarf Prüfung der Einhärtungstiefe in unserem Labor; Abschlussprotokoll.
Was wir für ein genaues Angebot benötigen
Zeichnung mit gekennzeichneten Härteflächen, geforderter Härte und Einhärtungstiefe
Werkstoff (Stahlsorte) und Menge (Stück/Chargen)
Angaben zu vorhergehenden/nachfolgenden Arbeitsgängen (Zerspanung, Schleifen, Montage) und zu den geforderten Protokollen
Die Einhärtungstiefe wählen wir über Frequenz und Erwärmungsparameter. Den Bereich schlagen wir anhand der Zeichnung vor und prüfen ihn durch Messung.
Die Induktion erwärmt nur lokal, und das Abschrecken in Polymer ist schonend – in der Regel erreichen wir minimalen Verzug. Bei empfindlichen Teilen empfehlen wir einen Vorversuch.
Ja, für Maßstabilität und Feinabstimmung der Eigenschaften gehört das Anlassen nach dem Härten standardmäßig dazu.
