Warmbadhärten (Abschrecken im Salzbad) + Anlassen
Härten ist das geregelte Erwärmen von Stahl auf Austenitisierungstemperatur mit anschließendem schnellem Abkühlen, wobei ein hartes martensitisches Gefüge entsteht. Unser zentrales Verfahren ist das Warmbadhärten mit Abschrecken im Salzbad, das eine gleichmäßige Wärmeabfuhr über die gesamte Oberfläche des Bauteils gewährleistet und dadurch das Verzugsrisiko gegenüber herkömmlichen Abschreckmitteln deutlich verringert.
Auf das Härten folgt immer ein präzises Anlassen, mit dem wir die Endeigenschaften genau nach Zeichnung einstellen – die Kombination aus Härte, Zähigkeit und Maßhaltigkeit. Je nach Bauteil verwenden wir auch ein Polymer-Abschreckmittel.
Vorteile für Ihre Bauteile
Minimaler Verzug und sehr gute Maßhaltigkeit dank gleichmäßiger Abkühlung im Salzbad
Hohe Härte und Festigkeit nach dem Härten, Feinabstimmung der Eigenschaften durch Anlassen
Reproduzierbarkeit der Chargen dank präziser Regelung von Temperaturen und Zeiten
Schonender Umgang mit empfindlichen Flächen – geeignete Chargierung der Teile und Berücksichtigung der Toleranzen
Laborprüfung (Härte, Metallografie, Protokolle) nach Vereinbarung
Anlassen – präzise Einstellung der Eigenschaften
Das Anlassen nach dem Härten verringert die Sprödigkeit des Martensits und stellt das geforderte Verhältnis von Härte × Zähigkeit nach Zeichnung ein. Wir bieten ein- und mehrstufiges Anlassen, Maßstabilisierung zwischen den Zyklen und die Dokumentation der erreichten Härte.
Bei Bedarf bieten wir außerdem Tiefkühlen nach dem Härten (zur Verringerung des Restaustenitanteils) und das Richten der Teile an.
Typische Anwendungen und Werkstoffe
Teile: Zahnräder, Wellen, Bolzen, Nocken, Hebelteile, Schmiedeteile, Formen- und Maschinenkomponenten.
Stähle: 42CrMo4, C45E, 16MnCr5, 20MnCr5, 17CrNiMo6 sowie weitere Konstruktions- und Einsatzstähle.
Technische Angaben für die Angebotserstellung
Damit wir den Prozess genau und schnell einstellen können, benötigen wir von Ihnen:
eine Zeichnung mit der geforderten Härte und gekennzeichneten Prüfflächen
den Werkstoff (Stahlsorte) und die Liefermenge (Stück/Chargen)
Angaben zu vorhergehenden / nachfolgenden Arbeitsgängen (Zerspanung, Einsatzhärten, Nitrieren usw.)
Ihre Anforderungen an die Dokumentation (Härteprüfung, Metallografie)
Das Salzbad sorgt für eine gleichmäßige Wärmeabfuhr und hilft so, den Verzug zu begrenzen, vor allem bei komplex geformten Teilen und Verzahnungen.
Neben der Wahl des Abschreckmittels kümmern wir uns um Chargierung, Handhabung und schrittweise Stabilisierung (Anlassen, ggf. Richten und Tiefkühlen). Bei empfindlichen Teilen empfehlen wir eine Vorserie.
Die erreichbare Härte hängt vom Werkstoff und den Zeichnungsvorgaben ab. Die Härte prüfen wir nach Vereinbarung (z. B. HRC) und dokumentieren sie im Prüfprotokoll.
